Kunst? Kultur? Action!

Nachdem wir in den letzten Jahren eher in Sachen Bildung unterwegs waren, sollte unser Firmenausflug in diesem Jahr mal ganz anders werden.

Irgendwann im Mai teilten Bernd und Hardy dem Rest der artur-Truppe mit, dass wir in diesem Jahr auf der Pegnitz paddeln gehen werden. Yeah! Also kein Kulturtrip. Muskeln waren gefragt und Teamwork.

Am 1. August hieß es dann nach einer einzigen Arbeitsstunde: auf nach Artelshofen. Der Ort an der Pegnitz liegt eine Stunde von unserem Büro entfernt in der Hersbrucker Schweiz, nordöstlich von Nürnberg. Dort nahm uns Jens Richter von Alles im Fluss in Empfang (er ist ein echter Outdoorfreak, der auch gut zu einer Expedition im Okawango-Delta passen würde). Er wies uns kurz ein, und ab in die Kanadier.

Der Anfang der acht Kilometer langen Tour war eher beschaulich, und nach einer halben Stunde erreichten wir ganz bequem die erste Umtragestelle, schlürften einen Eiskaffee und weiter ging´s. Bisher eher Easy-Going. Die erste Herausforderung waren die „Vorraer S-Kurven“, vor denen uns Jens Richter gewarnt hatte. „Da haut´s Euch bestimmt ´naus und wichtig: Immer schön aufs Näsla achten, des is empfindlich wie´s eichene Näsla“, fränkelte er.

Sagte ich schon dass ich hinten saß und somit die Steuerfrau war? Tatsächlich ging das ziemlich gut. Keiner flog aus der Kurve, obwohl die Strömung deutlich zulegte und die Kurven nicht ganz einfach zu nehmen waren.

Die nächste Umtragestelle war nicht mehr so leicht zu bewältigen. Die Uferböschung war steil und der Weg, den das Boot getragen werden musste, war relativ weit. Nach einer Gummibärchenpause wuchteten wir die Kanadier über ein paar Stufen fast senkrecht ins Wasser. Das letzte Stück der Tour war das schwierigste. So langsam wurden wir müde und bekamen Puddingarme. Lauter Bäume lagen im Fluss, Gestrüpp hing tief über dem Wasser und die Ideallinie zu finden und anzusteuern, war anspruchsvoll. Häufig zogen wir die Köpfe ein.

Tja, und dann lag ein Baumstamm im Wasser. Er schwamm nicht. Er war fest. Agnes und ich strandeten mitten im Fluss auf diesem blöden Baum. Das hatte was von einer Schildkröte, die man auf den Rücken gedreht hat. Die anderen Boote waren außer Sichtweite. Mit großem Hauruck, Kraft und Verzweiflung kamen wir da auch irgendwie rüber. Die Anderen warteten ein paar Biegungen weiter. „Wo bleibt ihr denn?“ Diese Frage provozierte Agnes und mich dazu, Bernd mit Paddel und Soaker ordentlich nass zu spritzen.

Das Ziel in Eschenau fest im Visier, legten sich alle nochmal so richtig ins Zeug. Eine kleine Wasserschlacht zum Abschluss durfte auch nicht fehlen.